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Wie kann man Nierensteine auflösen?

Warum man Nierensteine auflösen sollte

Bei Nephrolithen, allgemeinsprachlich als Nierensteine bezeichnet, handelt es sich um Verklumpungen von ursprünglich im Urin in gelöster Form vorkommenden Substanzen. Wenn sich diese Stoffe ablagern, können sie auskristallisieren und somit den Nierenstein bilden. Dieser Prozess wird als Lithiasis bezeichnet. Vom Umfang her sind die meisten Nierensteine nicht größer als ein Reiskorn, können aber unter bestimmten Voraussetzungen mehrere cm groß werden und im schlimmsten Fall sogar das gesamte Nierenhohlsystem ausfüllen. Warum genau es bei manchen Menschen zu dieser Verklumpung kommt, ist wissenschaftlich noch nicht erwiesen. Es wird allerdings ein Zusammenhang mit einer genetischen Veranlagung vermutet und auch die Ernährung und Erkrankungen der Nieren oder des Magen-Darm-Systems sowie Stoffwechselkrankheiten, wie z. B. eine Schilddrüsenüberfunktion, können die Krankheit begünstigen. Bleiben die Nephrolithen klein, ist der Betroffene oft symptomfrei. Die Steinchen gehen häufig von selbst ohne Beschwerden zu verursachen mit dem Harn ab. Problematisch wird es, wenn ein oder mehrere Nierensteine eine Größe von ca. 6 mm erreichen. Wenn ein solcher Stein im Harnleiter, der Verbindung zwischen Niere und Blase, stecken bleibt, kann dies eine Nierenkolik verursachen. Diese geht mit sehr starken, krampfartigen Schmerzen in der Lendengegend einher. Weitere mögliche Symptome für Nierensteine sind Blut im Urin und Übelkeit und Erbrechen. Damit es gar nicht erst zu einer Nierenkolik kommt, sollten bereits im Anfangsstadium Maßnahmen zur Behandlung der Nierensteine ergriffen werden. Denn gerade in diesem Zustand sind sie sehr gut selbst behandelbar und die Chancen eine manuelle Beseitigung zu umgehen stehen sehr gut.

Was für Arten von Nierensteinen gibt es?

Wie genau man die Nierensteine auflösen kann, hängt neben deren Größe vor allem von der Zusammensetzung ab. Diese kann der behandelnde Arzt mithilfe einer Infrarotspektroskopie und von Serumuntersuchungen bestimmen. Die am häufigsten auftretenden Steine bestehen aus einem aus Oxalsäure und Kalzium entstehenden Salz, dem Kalziumoxalat. Kalziumoxalatsteine treten bei rund 75 % der Betroffenen auf. Das zweithäufigste Aufkommen wird bei Magnesium-Ammonium-Phosphat-Steinen verzeichnet. Diese werden auch als Struvitsteine bezeichnet. Dieser Typ findet sich bei rund 10 % aller Patienten. Seltener mit ca. 5 % sind Steine aus Harnsäure, auch Uratsteine genannt, und Kalziumphosphatsteine. Ganz selten, bei weniger als 1 % der Betroffenen, können Nierensteine aus Zystin, einer für die Proteinsynthese zuständigen, schwefelhaltigen Aminosäure, entstehen.

Wie kann man den natürlichen Abgang der Steine unterstützen und Nierensteine auflösen?

Bei kleineren Nierensteinen erfolgt zunächst immer der Versuch, sie auszuspülen. Gerade bei jenen, die nicht größer sind als eine Erbse, stehen die Chancen gut, dass sie selbstständig den Harnleiter verlassen. Um diesen Prozess zu unterstützen, ist es wichtig viel zu trinken. Es kann sich immer nur eine begrenzte Menge eines Salzes in einer Flüssigkeit lösen. Folglich begünstigt unzureichende Flüssigkeitszufuhr das Wachstum von Nierensteinen. Im Umkehrschluss kann zusätzliche, häufige Durchspülung der Harnwege dabei helfen, die überschüssigen Salze, aus denen die Nierensteine bestehen, aufzulösen. Es empfiehlt sich, zwischen 2,5 bis 3 Litern täglich zu trinken. Handelt es sich um Zystinsteine, so sollten sogar 3,5 bis 4 Liter getrunken werden. Bei Hitze und sportlicher Betätigung muss die Flüssigkeitsmenge entsprechend erhöht werden. Ein geeignetes Getränk ist vor allem mineralstoffarmes Wasser. Bei Kalziumoxalatsteinen ist zudem der Konsum von Zitrussäften hilfreich, da die Zitronensäure die Zusammenlagerung dieses Salzes hemmt. Auch Apfelsaft, Blasen- und Nierentees sowie Kräuter- und Früchtetees können getrunken werden. Kräutertees mit beispielsweise echtem Labkraut, Löwenzahnwurzeln, Katzenbart oder Birkenblättern wirken unterstützend bei der Therapie. Koffeinhaltige Getränke, Milch und Alkohol müssen hingegen gemieden werden. Man sollte außerdem darauf achten, nicht alle paar Minuten zur Toilette zu gehen, sondern zu warten, bis sich ein ausreichender Druck aufgebaut hat. Dieser Druck reißt im besten Fall den Stein mit und führt zu dessen Ausscheidung. Sehr förderlich zum Abgang der Steine ist auch viel Bewegung. Insbesondere Hüpfen und Treppensteigen werden vielfach als hilfreich beschrieben. Bei Uratsteinen und Zystinsteinen kann außerdem die Auflösung durch den Harnsäurespiegel senkende Wirkstoffe medikamentös unterstützt werden.

Was tun, wenn bereits Schmerzen vorhanden sind?

Verursacht der festsitzende Nierenstein bereits Schmerzen, so kann eine Wärmflasche oder ein heißes Bad in vielen Fällen schnelle Linderung verschaffen. Ist es allerdings schon zur Nierenkolik gekommen, hilft nur noch die Verschreibung starker Analgetika durch den Arzt, um die Schmerzen zu reduzieren. Halten die Beschwerden mehrere Tage an und bewegt sich der Stein trotz vielen Trinkens und Bewegung nicht von der Stelle, muss ein Arzt manuell den Nierenstein bzw. mehrere Nierensteine auflösen. Dazu ist allerdings nicht, wie man vielleicht zunächst annimmt, zwangsläufig eine Operation notwendig. Steine, die beim Röntgen gut erkennbar sind und eine Größe von 2 cm nicht überschreiten, können im Rahmen einer extrakorporalen Stoßwellen-Lithotripsie (ESWL) durch Einsatz von akustischen Druckwellen zertrümmert werden. Die einzelnen Trümmerstücke können dann in den meisten Fällen problemlos auf natürlichen Wegen ausgeschieden werden. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei Steinen, die größer als 2 cm sind oder sich nicht lokalisieren lassen und somit für die ESWL-Therapie ungeeignet sind, wird eine endoskopische Operation durchgeführt. Auch wenn Steine medikamentös, endoskopisch oder mithilfe der ESWL beseitigt wurden, ist eine weitere Behandlung durch richtige Ernährungs-, Trink- und Bewegungsgewohnheiten dringend zu empfehlen, da es bei rund 25-50 Prozent der Patienten bereits binnen weniger Wochen zu einem Rezidiv kommt. Die Steine kehren also bei vielen Betroffenen immer wieder zurück.

Was kann man tun, um ein Wiederkehren oder eine Verschlimmerung der Nierensteine zu verhindern?

Eine dauerhafte Besserung kann nur durch Bekämpfung der Entstehungsursache erzielt werden, die in den meisten Fällen bei einer falschen Ernährung oder zu wenig Wasserzufuhr liegt. Deshalb ist eine Änderung der Ess- bzw. Trinkgewohnheiten unabdingbar für die Prävention der Bildung neuer Nephrolithe und des Wachstums noch nicht abgegangener kleiner Steinchen und Trümmer. Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden nicht übermäßig viel Zucker und Salz zu sich zu nehmen. Besonders bei Fertiggerichten sollte man Vorsicht walten lassen, da sich gerade hier oft ungeahnt hohe Zucker- und Salzmengen verstecken können. Was spezifisch im Einzelfall bei der Ernährung beachtet werden sollte, hängt davon ab, zu welchem Typ von Nierensteinen man neigt. Bei den häufig auftretenden Kalziumoxalatsteinen ist es essenziell, den Kalziumkonsum so weit zu drosseln, dass dieser eine Tagesmenge von 1000 mg nicht überschreitet. Dasselbe gilt für Kalziumphosphatsteine. Kalzium ist vor allem in Milch- und Milchprodukten enthalten. Auch oxalsäurereiche Produkte sollten gemieden werden, um eine zu hohe Konzentration im Harn zu vermeiden. Viel Oxalsäure ist z. B. in Roter Bete, Spargel, Spinat, Schokolade, schwarzem Tee, Tomaten und Rhabarber beinhaltet. Bedenklich ist auch ein zu exzessiver Verzehr von purinhaltigen Lebensmitteln, da diese zu einer erhöhten Harnsäurekonzentration führen und somit die Entstehung von Harnsäuresteinen und Kalziumoxalatsteinen begünstigen. Besonders purinhaltig sind Hülsenfrüchte, Krustentiere, Innereien und einige Fischarten wie z. B. Sardellen. Grundsätzlich empfehlenswert ist eine vollkornreiche, ausgewogene Kost. Obst und Gemüse, soweit nicht zu oxalsäurehaltig, sollten auch regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Eine Radikaldiät sollte aber um keinen Preis durchgeführt werden, da dies wiederum die Nierensteinbildung begünstigt. Der Fokus sollte deshalb grundsätzlich auf der Ausgewogenheit der Ernährung liegen.

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